Buch: „Leben im Todestrakt – Life on Death Row“ – Beiträge von Häftlingen in den Todeszellen der USA – Contributions of Prisoners sentenced to Death in the USA

3. Auflage (November 2018)

Der 16. Welttag gegen die Todesstrafe, der von der World Coalition Against the Death Penalty (WCADP) ins Leben gerufen wurde und jährlich am 10. Oktober begangen wird, widmete sich 2018 unter der Devise „Menschenwürde für alle“ den Lebensbedingungen in Todestrakten. Anlässlich dessen hat die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. Erfahrungsberichte von zum Tode verurteilten Gefangenen in den USA gesammelt, um der Außenwelt Innenansichten von Menschen und Orten zu geben, über die zwar viel gesprochen wird, aber doch wenig bekannt ist.

Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. hat rund 300 Todestraktinsassen in den USA nach Beiträgen (Gedichten, Berichten, Kurzgeschichten, Zeichnungen, Gemälden) gefragt, die sich im weitesten Sinne mit ihrem Leben in der Todeszelle beschäftigen sollten. 40 Häftlinge aus neun US-Bundesstaaten schickten dem Verein über 100 Kreationen, die in einer eigens dafür erstellten Website veröffentlicht wurden.

Eine Auswahl der eindrucksvollsten Beiträge ist in diesem Buch zusammengefasst und sowohl im englischen Original als auch in deutscher Übersetzung enthalten. Dabei ist nicht nur die Vielfalt der äußeren Form bemerkenswert, sondern vor allem auch die inhaltliche Bandbreite, die von Depression und Verzweiflung auf der einen bis zu Versöhnung und tiefem inneren Frieden auf der anderen Seite reicht.

Die Beiträge zeigen eindrücklich die Menschen hinter den Straftätern. Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. ist sich dessen bewusst, dass ein großer Teil der zum Tod verurteilten Häftlinge unermesslich schlimme Verbrechen begangen hat, und will diese in keiner Weise verharmlosen. Jedoch ist seine Straftat nicht das einzige, was die Person eines Todestraktinsassen ausmacht – da gibt es weit mehr zu entdecken, wie dieses Buch belegt.